Chronik

Vereinschronik aus der Festschrift zum 90-Jährigen Jubiläum:

Im Jahr 1905 schlossen sich die Bienenhalter unserer Gemeinde zusammen und gründeten den „Zweigverein für Bienenzucht in Riefensberg“. Die konstituierende Versammlung fand am 28. Nov. 1905 im Gasthaus Krone statt. Der neue Verein zählte 23 Mitglieder.

Aus den Wahlen gingen folgende Funktionäre hervor:

Obmann: H.H. Pfarrer Gebhard Sinz

Obmannstellvertreter: Peter Bereuter, Schneidermeister, Niemans

Schriftführer: Josef Dürtscher, Oberlehrer

Kassier: Peter Dorn, Fischer

 

Der Jahresbeitrag für Aktive betrug 2 Kronen, unterstützende Mitglieder bezahlten 1 Krone.

Bemerkenswert erscheint, dass bei jeder Jahreshauptversammlung die gesamte Vereinsführung neu gewählt wurde. Dem ersten Mitgliederverzeichnis von 1907 ist zu entnehmen, dass die 27 Imker zusammen 139 Bienenvölker hielten, davon waren etwa 1/3 Korbstöcke. Schon in den Anfangsjahren sah man die Notwendigkeit, die Bienenhalter mit Informationen und Weiterbildung in ihrer Arbeit zu unterstützen. So hielt im Sommer 1908 der Wanderlehrer Norbert Berlinger, Schulleiter in Au-Rehmen, „einen gemeinverständlichen Vortrag über die Behandlung der Bienen nach der Überwinterung, Herrichtung der Bienenwohnungen, Einfangen der Schwärme, usw. …“. Er gab Ratschläge über die beim Besuch der Bienenstände angetroffenen Mängel und Wirtschaftsfehler.

Gute und schlechte Honigjahre brachten Freude oder auch Resignation. Die jährlichen Verluste an Bienenvölkern gingen vor allem auf Hungertod und Ruhr zurück. Dank einer Unterstützung von 25 Kronen durch den Landesverband „Vereinigte Bienenzüchter in Vorarlberg“ konnte der Verein 1908 eine Honigschleuder anschaffen. Das folgende Jahr scheint ein ertragsreiches gewesen zu sein, die 159 Bienenvölker brachten 1185 Honig auf die Waage.

Während des 1. Weltkrieges 1914 – 1918 kam die Vereinstätigkeit fast zum Stillstand. Es wurden keine Jahreshauptversammlungen abgehalten und die bisherigen Funktionäre wurden mit der Weiterführung der Vereinsgeschäfte beauftragt. Noch bevor die Inflation anfangs der Zwanziger Jahre auf dem Höhepunkt war, kaufte man eine zweite Honigschleuder. Von 1923 – 1926 hielt man die Jahreshauptversammlung wegen der Verteuerung der Getränke in der Stube des Imkers Josef Dorn, Dorf 53 ab.

Am Leonhardstag 1931 konnte der Verein das 25-jährige Bestandsjubiläum begehen. Bei der Feier im Gasthaus Krone hielt H.H. Pfarrer Martin Lenz die Festrede. Sechs Mitgliedern aus der Gründerzeit wurde die Ehrenmitgliedschaft verliehen: Dorn Josef (Dorf 53), Fink Conrad (Bach 25), Bilgeri Joh. Georg (Eschern 47), Fink Johannes (Trabers 133), Dorn Joh. Peter (Fischer 76), Schneider Michael (Längern 71).

Kurt Huchler, Zollbeamter und selber ein erfahrener Imker, sorgte mit humoristischen Einlagen für gute Stimmung und der Männerchor gab seine Lieder zum Besten.

Nach dem gewaltsamen Anschluss Österreichs an Großdeutschland 1938 erhielt der Verein einen anderen Namen: „Ortsgruppe Imker“. Die Jahreshauptversammlung 1939 wurde mit folgendem Spruch geschlossen: „Wir fahren alle in einem Schiff durch Sonnenschein und Meeresstille, im Sturm um Klippe und Felsenriff. Ein Volk, ein Schicksal und ein Wille!“ die NS-Zeit hatte begonnen …!

1941 musste pro Bienenvolk 1 kg Honig an die Kreisfachgruppe abgeliefert werden, 1943 betrug die Zwangsablieferung 2 kg je Stock. Wie schon im ersten Weltkrieg war auch diesmal der Bienenzucker nur in kleinen Rationen erhältlich.

In den folgenden Jahrzehnten war der Verein bemüht, durch Fortbildung das Niveau zu heben (Trachtverbesserung, Königinnenzucht, usw.) und wieder junge Leute zur Imkerei anzuregen. 1976 und 1979 waren auffallend gute Honigjahre.

Zu Beginn der achtziger Jahre verbreitete sich auch bei uns die Varroamilbe, der Schrecken aller Imker. Anfangs gab es größere Verluste an Völkern, später konnte die Milbe erfolgreich bekämpft werden; eine gänzliche Ausrottung derselben gelang jedoch bis heute nicht.

 

Heute:

Im nunmehr 116 Vereinsjahr dürfen wir insgesamt 27 aktive Mitglieder zum Verein zählen. Derzeit werden 191 Völker betreut.

Auch über 25 Jahre nach der 90-Jahre Feier und der Festschrift beschäftigen uns Imker die Varroamilbe, Bienenviren und die Möglichkeiten zur bestmöglichen Haltung unserer Bienen mehr denn je.